Bei den internen und externen Floppy-Laufwerken der Amstrad / Schneider CPC Serie kommt es nach einigen Jahren zu Totalausfällen. Kein Wunder, nach über drei Jahrzehnten ist auch der beste Gummi durch und taugt nichts mehr. Wie man das Problem erkennen kann und die Reparatur durchführt, fasse ich in diesem Beitrag zusammen.

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Nichts hält ewig. Aber man kann lange noch Sachen reparieren. Die 3 Zoll Laufwerke der Amstrad-Rechner waren schon immer sehr robust. Die Disketten waren quasi unzerstörbar und ihrer Zeit voraus – nur das Format hat sich nicht durchgesetzt. Im Inneren gab und gibt es natürlich mechanische Bauteile und gerade der Motorantrieb setzt nach Jahren sehr oft bzw. eigentlich immer aus. Der Grund dafür ist ein spröder oder total verklebter Gummi-Riemen, der die Diskette zur Rotation bringen soll.

Den Riemen kann man aber noch heute kaufen. Zwar muss man etwas suchen, aber bei eBay gibt es einige Angebote aus UK, die relativ „günstig“ sind. Man sollte aber direkt mal paar mehr bestellen, falls einem der Riemen nochmals reist. Ob beim Einbau oder in ein paar Jahren.

Als erstes sollte man sich alle nötigen Werkzeuge parat legen:

  • Div. Schraubendreher in klein und größer (Kreuzschlitz)
  • Kleine Zange oder Pinzette
  • Wattetupfer oder besser Reinigungsstäbchen aus Baumwolle
  • Isopropyl-Alkohol (>90%)
  • Duster-Spray (Druckluft-Spray)
  • ein kleines Gefäß für die kleinen Schrauben, damit sie nicht abhanden kommen

 

Die Reparatur an sich gestaltet sich stellenweise knifflig. Das Laufwerk lässt sich aber sowohl beim CPC 664/6128 doch relativ einfach ausbauen. Beim externen FD-1 Laufwerk geht das mindestens genau so einfach. Danach kommt der schwierige Part.

Ab jetzt sollte man sich jeden einzelnen Schritt merken und jedes Bauteil oder Schraube entsprechend ihrer Ausbau-Reihenfolge irgendwo sicher hinlegen. Natürlich gibt es dazu etliche How-To-Videos, in denen genau gezeigt wird, wie man das Laufwerk zerlegt. Eines davon  habe ich hier am Ende des Beitrages verlinkt. Da es verschiedene Bauformen der Laufwerke gibt, gehe ich nur ganz oberflächlich auf die Arbeitsschritte ein.

Um an den Riemen heran zu kommen, muss man die Platine mit der Steuerelektronik von dem Metal-Korpus und der Mechanik trennen. Dazu werden alle notwendigen Schrauben gelöst und einige Steckverbindungen zwischen Platine/Elektronik des Diskettenlaufwerkes und den mechanischen Teilen des Laufwerkes abgezogen. Da nicht alle Verbindungen einfach oder gar überhaupt zu trennen sind, operiert man quasi ab dann an einem halb-offenen Gerät herum. Die Platine lässt sich aber dann „aufklappen“ und man kann in das Innere des Gerätes schauen.

Eventuell blickt man dann auf einen zerfetzten oder verklebten Riemen, so wie in diesem Beispiel…

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Ist der alte Riemen komplett entfernt, sollte man im nächsten Schritt mit dem Druckluft-Spray alle Partikel entfernen und zusätzlich mit dem Reinigungsstäbchen und Isopropyl-Alkohol alle Stellen genau reinigen, die mit dem Riemen in Kontakt geraten. Das sind so gesehen beide Drehscheiben, an denen der Riemen geführt wird. Mit dem Finger kann man die Scheiben bewegen, um sie von allen Seiten mit dem in Alkohol getränktem Stäbchen zu reinigen.

Ist alles sauber und trocken, kann der neue Riemen über die beiden Scheiben gezogen werden. Das kann man entweder mit den Fingern probieren, oder mit einer Pinzette oder kleinen Feinmechanik-Zange darüberstülpen. Am Ende sollte es in etwa so aussehen:

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Bevor man wieder im umgekehrter Reihenfolge alles zusammen baut, prüft man ob der Riemen sauber läuft und nicht wieder abrutscht. Dazu dreht man vorsichtig mit dem Finger an dem großen Rad und schaut, wie die Führung des Riemens ist. Wenn da alles gut aussieht, fängt man mit dem Zusammenbau an – so spart man sich eventuelles erneutes Öffnen des Gerätes. Bevor man es komplett verschließt, empfehle ich noch den Lesekopf zu reinigen, in dem man ihn zunächst mit der Druckluft entstaubt oder mit einem sauberen in Isoprop getränktem Reinigungsstäbchen vorsichtig reinigt. Oder einfach Beides… 🙂

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Nach Abschluss des Zusammenbaus schießt man das Laufwerk an den CPC an und probiert es aus. Hat man alles richtig gemacht, sollte der Motor den Spin für die Diskette nun wieder geben und sie zum Rotieren bringen. Wenn das Laufwerk dann immer noch keine Disketten liest, liegt eventuell ein anderer Schaden vor. Womöglich muss das Laufwerk neu justiert werden, was ohne sehr tiefgehende Kenntnisse nicht so einfach möglich ist. Da aber auch die Disketten nach so vielen Jahren ihren Geist aufgeben (ich bin selbst erstaunt, dass einige noch nach über 30 Jahren anstandslos funktionieren!), sollte man ein paar Disketten durchtesten – es könnte ja auch an ihnen liegen…

Der folgende Video-Beitrag stellt ein ganz brauchbares Video-Tutorial zu der Reparatur dar. Ist zwar nicht ganz so professionell an einigen Stellen, aber es geht.

Viel Erfolg und Spaß bei der Reparatur!

 

Amstrad / Schneider CPC Floppy Riementausch

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